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Willy’s Rennbericht: VLN 4/2016 – Wasserspiele auf der Nordschleife

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Die Wasserspiele mögen beginnen!

Liebe Freunde und Motorsport-Interessierte

Nach längerer Pause ging es am letzten Wochenende mit dem 4. Lauf zur VLN Langstreckenmeisterschaft auf der Nürburgring-Nordschleife wieder weiter.

9-h GTC-Langstrecken-Kart-Rennen (Hahn-Hunsrückring 3./4. Juni 2016)

Wie schon im letzten Rennbericht angekündigt, haben wir die VLN-Rennpause  etwas unkonventionell genutzt. Zusammen mit Thomas Lampert absolvierte ich einen Gaststart bei der GTC (Kart-Langstreckenmeisterschaft). Alex führt da ein Team und hat mir dies als Trainingsmöglichkeit vorgeschlagen – und ich bin ja bekanntlich für (fast) alles zu haben was schnell ist und einen Motor hat.

Bei dieser Rennserie fahren rund 45 Teams von je 3-4 Fahrern mit identischem Material eine Meisterschaft in 8 Läufen gegeneinander aus. Dabei geht es so eng zu, dass praktisch immer ganze Pulks miteinander unterwegs sind und andauernd Ausbrems- und Überholmanöver stattfinden. Ein kleiner Fehler genügt und du wirst von deinen Mitstreitern gnadenlos zerrupft, indem sich jeweils gleich 3-4 Konkurrenten an dir vorbeidrücken. Aber gleichzeitig versuchst du natürlich das gleiche mit dem direkt vor dir liegenden Konkurrenten.

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Volles Starterfeld in der GTC 2016

Thomas und ich wollten so Rennsituationen mit intensiven Positionskämpfen trainieren und sind in dieser Hinsicht förmlich überschüttet worden.

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Die nächste Rechtskurve gehört mir!

Bis zur 6. Rennstunde waren wir auch ziemlich anständig dabei, aber dann machte sich ein Vorderrad selbständig und damit die Hoffnung auf ein achtbares Resultat zunichte. Aber wir sind nach der Reparatur bis zur Zielflagge weitergefahren und die ständige Balgerei um jeden Platz hat einen Riesenspass gemacht, auch wenn Thomas danach etwas Schmerzmittel für seine Rippen einnehmen musste.

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Was ist hier falsch? – Genau im richtigen Moment abgedrückt!

Vielleicht geht meine Rennfahrerkarriere nach der VLN in der GTC weiter? Mal sehen. Eine Herausforderung wäre es auf jeden Fall – The old man and Racing – hätte ich nur früher damit angefangen – also auskosten solange es nur geht!

VLN 4 / 2016:

Nach mehrwöchiger Pause stand am Wochenende der 4. Lauf zur VLN in der Agenda und so nahmen Thomas Lampert und ich die 600 km zur Nordschleife am letzten Donnerstag wieder unter die Räder

Freitagstraining

Für den Freitag hatten wir teamintern ein grosses Testprogramm vorbereitet und so stand das gesamte Team am Freitagmorgen um Punkt 08:00 Uhr in der Box bereit. Pünktlich zur Freigabe der GP-Strecke öffneten sich auch die Schleusen am Himmel und so mussten wir unseren Cayman nach rund einer Viertelstunde bereits aus dem Kiesbett ziehen lassen. Fazit: Auch Alex kann nicht mit Slicks über das Wasser gehen!

Nach dem Morgengewitter wurde es aber richtig schönes, warmes Wetter mit besten Test-Bedingungen und so konnten wir zum ersten Mal in diesem Jahr unser gesamtes geplantes Testprogramm durchziehen. Am Abend waren wir überzeugt, den Burkhalter-Generali-Cayman richtig gut abgestimmt zu haben und einen Schritt weiter gekommen zu sein.

Race-Day

Am Samstagmorgen hatte sich das warme, sonnige Wetter vom Freitag bereits wieder aus dem Staub gemacht. Dafür lag jetzt dichter Nebel über der ganzen Nordschleife und verhinderte über eine Stunde lang ein Qualifying. Als es dann mit grosser Verspätung endlich losging, war auch starker Regen wieder zur Stelle, um es nicht allzu leicht zu machen.

Alex ist ja bei Regen ziemlich schmerzfrei und vor allem, wenn nur wenige Runden gefahren werden können eine Bank: P2 – der bisher beste Startplatz.

Aufgrund der hervorragenden Ausgangslage entschlossen wir uns, dass Alex auch den Start im strömenden Regen fahren sollte.

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Das ganze Team des Burkhalter-Generali Cayman Nr. 959 in der Startaufstellung

Sehr schnell beklagte er aber grosse Handling-Probleme mit dem  gelben Cayman und fuhr er nach 4 Runden bereits in die Box, um den Stabi verstellen zu lassen. Gleichzeitig nahmen wir auch eine Strategie Änderung vor, indem wir nachtankten und ihn nochmals für 8 Runden auf die Nordschleife schickten.

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Sehr viel Wasser – da gilt es einen Mittelweg zu finden – ein grösserer Fehler und es ist gelaufen
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Düsteres Wetter auch beim Boxenstopp – hinter uns „unser Grosser“ (991 GT3 Cup)

Danach war ich an der Reihe. Schnell musste auch ich feststellen, dass die Bedingungen auf der Strecke aufgrund des starken Regens extrem schwierig waren. An vielen Orten liefen kleine Bäche über die Strecke und deshalb war die Gefahr ausgesprochen gross, dass man bei hoher Geschwindigkeit das Heck durch Aquaplaning verlor und so das Auto vorzeitig in den Leitplanken parkierte. Es blieb mir nichts anderes übrig, als während der ganzen Renndauer zu versuchen eine Balance zwischen Speed und Sicherheit zu finden und das bedeutete mental eine ziemlich grosse Herausforderung. Spass hatte ich dabei nur sehr beschränkt im Auto. Allerdings ging das an diesem Renntag sehr vielen Teilnehmern so.

Die Ausbeute: Wieder ein 6. Rang in der Cayman-Trophy und dabei ein sehr guter 33. Rang im Gesamtklassement. Dass 6 Cayman GT4 CS unter den ersten 33 im Gesamtklassement liegen zeigt einmal mehr auf, wie stark in der Cayman-Trophy das Fahrerfeld ist. Mir persönlich werden hier schonungslos meine Grenzen aufgezeigt, was zwar einerseits sehr hart ist, aber mich anderseits auch anspornt, meine Leistungsgrenzen nochmals nach oben zu verschieben. Ich nehme diese Herausforderung an und werde mein Möglichstes dafür geben!

Wir kommen zwar mit der vordersten Spitze immer noch nicht wirklich mit, aber durch unsere regelmässigen Zielankünfte spielen wir wieder unsere Eichhörnchen-Taktik aus und sind im Zwischenklassement auf dem 5. Platz in der Cayman-Trophy vorgerückt.

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Im Parc fermé – sichtlich gezeichnet, aber schon wieder am fachsimpeln

Ausblick

In drei Wochen geht es weiter in der Meisterschaft. Am 16. Juli 2016 werden die Motoren wieder gestartet für den 5. Lauf zur VLN Langstrecken-Meisterschaft auf der Nürburgring-Nordschleife.

Unser gesamtes Team wird weiterhin alles versuchen, um den Abstand zur Spitze zu verringern.

Ehrgeizig bleiben, um weitere Verbesserungen kämpfen, ohne dabei verbissen zu agieren, das müsste eigentlich der Schlüssel dazu sein. Also: Immer schön lächeln beim Kämpfen!

Herzliche Grüsse

Willy

3 Kommentare zu „Willy’s Rennbericht: VLN 4/2016 – Wasserspiele auf der Nordschleife Hinterlasse einen Kommentar

  1. Well done !!!
    Bei schwierigsten Bedingungen ein tolles Ergebnis, perfekt so!
    Weitere tolle Rennen und super Ergebnisse wünscht
    André Kessler

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  2. Hoi Willy
    Danke für den spannenden Bericht. Bei diesem Sauwetter muss die Motivation schon riesig sein, um wirklich an den Start zu gehen und die Grenzen des Machbaren auszuloten! Ich wünsche dir weiterhin viel Glück und heb Sorg!

    Liebe Gruess us Rothrist Roger

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